1916 in Berlin geboren, wächst Theodor Bergmann mit zwei Schwestern und fünf Brüdern in einer jüdischen Familie auf. Schon in früher Jugend wird er von seinen Brüdern -drei linke Sozialdemokraten und zwei Kommunisten- politisch beeinflusst.
1929 schließt er sich der Jugendorganisation der soeben gegründeten KPD-Opposition (KPD-O) an. Nach der Schule hilft er ab und zu in dem linken Junius-Verlag aus. Dort befand sich ab 1928 auch die Redaktion der KPD-O Wochenzeitung "Gegen den Strom". Hier lernt er führende KPD-O Genossen kennen, wie z.B. August Thalheimer, die schon 1928 vor der faschistischen Gefahr warnen.
1933 flüchtet er alleine und als erster der Familie nach Palästina. Er arbeitet dort als Tagelöhner an verschiedenen Orten, unter anderem in einem Kibbuz.
1936 kehrt er nach Europa zurück, um sich in der damaligen Tschechoslowakei am antifaschistischen Widerstand zu beteiligen. In Tetschen, einem Ort nahe der deutschen Grenze, beginnt er Agrarwissenschaften zu studieren.
Er nimmt Kontakt zu führenden KPD-O Genossen auf und organisiert die Grenzarbeit, d.h. die Herausgabe einer Zeitschrift sowie die illegale Verbreitung von politischen Schriften nach Deutschland. Außerdem bietet er Genossen aus Deutschland Unterschlupf. Kurz vor dem Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei flieht er 1938 nach Schweden, wo er als Landarbeiter das Ende des Krieges erwartet. Während dieser Zeit trifft er sich regelmäßig mit seinem Bruder Josef in Stockholm, mit dem er ein Netzwerk unter den linken Emigranten aufbaut, Kontakt zu den KPD-O Genossen in Deutschland hält, und mit dem er gemeinsam ein Bulletin veröffentlicht.
1946 kehrt er nach Deutschland zurück und sucht in allen vier Besatzungszonen nach überlebenden Genossen. Mit ihnen möchte er wieder eine unabhängige linke Gruppe aufbauen. Die KPD-O Nachfolgeorganisation Gruppe Arbeiterpolitik wird gegründet.
Von 1948 bis 1952 arbeitet Theodor Bergmann als Herausgeber ihrer Zeitschrift Arbeiterpolitik.
1947 schließt er in Bonn das Studium der Agrarwissenschaften ab.
1955 promoviert er an der Universität Hohenheim zum Strukturwandel in der Landwirtschaft Schwedens.
1956 bis 1964 arbeitet Theodor Bergmann bei der Landwirtschaftskammer Hannover als Berater für Landarbeiter.
Seit 1962 Forschungsreisen in viele Länder (Indien, Pakistan, China, Vietnam, Israel…)
1971/72 Gastprofessur an der University of New England in Armidale/Australien.
1973 bis 1982 Professor für vergleichende Agrarpolitik an der Universität Hohenheim.
1982 bis heute Seit seiner Emeritierung 1981 widmet sich Theodor Bergmann verstärkt der Geschichte der Arbeiterbewegung im Allgemeinen und der Geschichte der KPO im Besonderen.
Er ist Autor, Herausgeber und Übersetzer von über 50 Büchern zur Agrarpolitik und zur Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung, z.B.
- Im Jahrhundert der Katastrophen. Autobiographie eines kritischen Kommunisten. Hamburg 2000.
- Gegen den Strom. Die Geschichte der KPD(Opposition). Hamburg 2001
Theodor Bergmann ist Mitglied in der Gewerkschaftslinken in Stuttgart und im "Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften" aktiv.
1989 tritt er in die PDS ein, für die er 1990 bei den Bundestagswahlen kandidiert.
Er hält regelmäßig Vorträge in Schulen und für Arbeiterorganisationen über die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung.
Theodor Bergmann lebt heute in Stuttgart -Asemwald.